Der Schurke

Ich finde den Namen Schurke etwas diskriminierend. Da ich im nächsten Abenteuer (Königsmacher) einen Elf Schurken spielen werde, habe ich mich damit mal mehr befasst. Für mich ist es das erste Mal, dass ich selbst diese Klasse spiele. Schurke ist negativ behaftet und an sich ein Schmähwort. Persönlich würde ich meinen Schurken als Glücksritter oder Individualist oder gar als Dandy bezeichnen, nun gut. Und dass macht einen Schurken nämlich aus: Er hat eine andere Wahrnehmung von sich und seinen Taten.

Typische Schurken/Diebe/Gauner sind wohl Bilbo Beutlin, Han Solo und zum Teil Robin Hood. Letzterer in Kombination mit Waldläufer und Krieger. Es gibt in der Literatur dutzende solcher Typen, es muss sie geben um eine Geschichte dynamisch zu halten. Nicht selten sind sie die Hauptfiguren, die das wirklich Böse mit den eigenen Mitteln bekämpfen können. Dazu sind Gratwanderungen auf der Gesinnungsebene notwendig. Wer einen Schurken spielt, hat sich meist Gedanken über die Motivation seines Charakters gemacht. Nicht selten sind es die Typen, die nicht immer auf der Sonnenseite Golarions wanderten und sich auf sich selbst verlassen mussten. Sie haben Talente und Fertigkeiten, die ihnen helfen zu überleben. Ob sie in einer Gruppe unterwegs sind hängt auch von ihrer Einstellung ab: Halten sie es für sicherer, bringt es sie persönlich weiter oder glauben sie an eine gemeinsame Mission.

Leichte Rüstung und einfache Waffen gehören zum Standardrepertoire, hinzu kommen Kurzbogen, Handarmbrust, Kurzschwert, Rapier und Totschläger, Schilde kann er nicht tragen. Wenn man sich die Fertigkeiten ansieht, bemerkt man worauf der Schurke sein Hauptaugenmerk richtet: Akrobatik, Auftreten, Bluffen, Diplomatie, Einschüchtern, Entfesselungskunst, Fingerfertigkeit, Heimlichkeit, Klettern, Magischen Gegenstand benutzen, Mechanismus ausschalten, Motiv erkennen, Schätzen, Schwimmen, Sprachenkunde, Verkleiden, Wahrnehmung, Wissen (Gewölbekunde), Wissen (Lokales), Beruf und Handwerk. Ein Schurke kann jeder sein, es muss nicht unbedingt die Charakterklasse Schurke dabei herauskommen. Die genannten Fertigkeiten besitzt auch der Barde als Klassenfertigkeit plus alle Bereiche des Wissens. Es hängt also auch ein Stück weit von eigenen Überlegungen ab, warum man ausgerechnet einen Schurken als Charakterklasse Schurke spielen möchte.

Der Schurke startet mit 4W6 x 10 Goldmünzen und Fertigkeitspunkten in Höhe von 8 + dem Intelligenzmodifikator und hat einen W8 Trefferpunkwürfel.

Denkbar wäre ein Scout, der für die Gruppe die Räume nach Fallen durchsucht und entschärft, der redegewandte Betrüger, der in der Stadt Ausrüstung besorgt und über den Wert der geplünderten Schätze weiß. Ein Assassine, der mit Giften arbeitet oder den brutalen Schläger. Schurken sind vielseitig, so haben sie auch keine Restriktionen was die Gesinnung anbelangt.

Teilen:

2 Kommentare

  1. In AD&D war die Übersetzung von Rogue – Spitzbube. Der Thief – Dieb war nur eine Ausprägung des Spitzbuben. Allerdings hat man auch damals den Ausdruck Thief und Rogue als Synonyme benutzt, was die Sache etwas unklar gemacht hat.

    Wie dem auch sei, ich finde „Spitzbube“ einen sehr passenden Ausdruck, der auch nicht so negativ behaftet ist wie Dieb oder Schurke 😉

    1. Stimmt: Dieb haben wir lange Zeit auch noch in 3.5 verwendet als Begriff. Spitzbube ist nett, finde aber, dass die Charakterklasse namenstechnisch nicht gut wegkommt, so oder so 😉

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll Up
%d Bloggern gefällt das: