Down a Dark Hall – Geistergeschichten im Internat

Man sollte meinen, dass ein netter Filmabend in Zeiten der Streamingdienste gar nicht mal so schwer zu bewerkstelligen ist. Die schiere Auswahl erschlägt einem aber manchmal und bevor man stundenlang am Trailer kucken ist, sucht man sich etwas `raus was sich ok anhört. Eine Geistergeschichte geht immer, Grusel Mystery… was soll da schiefgehen? Einiges, aber das ist ein anderes Thema.

Trivia

Ich fange mal von hinten an. Als der Abspann zu ende war, habe ich nach dem Titel im Netz gesucht. Mach ich meistens. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Lois Duncan, die auch die Bücher Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast samt beiden Fortsetzungen geschrieben hatte. Von den Büchern auf die Ich weiß…-Filme zu schließen, wäre allerdings voreilig, da die Autorin selbst wenig mit den Filmen anfangen konnte.

 I was ecstatic until I settled into a theater seat with my box of popcorn and discovered that Hollywood had turned my teenage suspense story into a slasher film. The setting had been changed from the mountains of New Mexico to a fishing village on the East Coast, so an insane fisherman, who wasn’t in my book, could decapitate my characters with an ice hook. The first thing I did after leaving the theater was phone our daughter Kerry and warn her not to let the grandchildren see it.

imdb.com Personal Quotes Lois Duncan

Inwieweit nun Down a Dark Hall (dt. Buchtitel Ein dunkler Ort) vom Film abweicht bzw. umgekehrt, kann ich nicht sagen. Die Autorin selbst habe ich nie gelesen, im Gegensatz zu Stephenie Meyer, richtig: Die Meyer mit den Glitzervvampieren, welche Down a Dark Hall zu einem ihrer Lieblingsbücher zählt und 2012 gleich die Filmrechte erwarb.

Noch etwas Trivia: Das Buch erschien 1974, Duncan war zu der Zeit bereits eine erfolgreiche Autorin und veröffentlichte spannende Jugendbücher, wie es auf Wikipedia heißt. In den 70ern erschienen dann aber auch Bücher wie Ich weiß… und eben Down in a Dark Hall, weswegen sie von ihrem Verlag als erste Thriller-Autorin im Jugendbuch bezeichnet wird.

Vorhang auf, der Film fängt an

Wer sich nicht spoilern lassen will, sollte zum Fazit runterscrollen

Kit hat einige Probleme am Hals: Schulverweise, eine schlechte Note in Sport und ein Verfahren wegen Brandstiftung schwebt auch noch im Raum. Dazu kommt, dass sie der Überzeugung ist, ihren Vater in der Nacht seines Todes gesehen zu haben. Niemand glaubt ihr in dieser Sache und so hat sie einige Therapien durch und ist auf Medikamenten. Irgendwie hilft das aber alles nichts und ihre Mutter und ihr neuer Mann wollen sie in ein Internat schicken, auf dem Mädchen wie Kit geholfen werden kann.

Blackwood heißt dieses Internat und ist an einem furchtbar abgelegenen Ort. Das Gebäude ist groß, alt und sagte ich schon abgelegen?  Geleitet wird die Schule von Madame Duret (kaum wiederzuerkennen aber Uma Thurman), dazu gibt es noch drei Lehrer und eine barsche Haushälterin/Biest vom Dienst. Zusammen mit Kit werden vier weitere Mädchen aufgenommen. Alle haben sie ähnliche Probleme im Leben, tja und mit Visionen. Letzteres ist auch eigentlich der Hauptgrund, warum sie in diesem Internat sind. Es stellt sich heraus, dass Madame Duret die Geister von großen Künstlern und Wissenschaftlern in die Schüler channeln will. Dadurch sollen die viel zu früh Verstorbenen die Möglichkeit haben, ihr Werk zu vollenden, so die Madame. Es endet wie es muss und die Schule wird zerstört, allerdings sind daran nicht unmittelbar die Geister schuld.

Down A Dark Hall Trailer Deutsch from AscotElite on Vimeo.

Fazit

Problembeladene Jugendliche mit besonderen Gaben, abgelegene und geheimnisvolle Orte, Geister und krude Ideen von Lehrern, Wissenschaftlern etc. Alles nicht neu und speziell in diesem Film auch nicht innovativ umgesetzt. Allerdings glaube ich nicht, dass man das Rad ständig neu erfinden muss. Frankenstein und Dracula sind Geschichten die immer wieder neu aufgegriffen werden und mitunter trotzdem gut unterhalten. Der Film leidet unter einer ätzend langweiligen Erzählweise am Anfang, einer Phase in der der Zuschauer vielleicht eine Bindung zur Protagonistin hätte aufbauen können. Im übrigen bleiben alle Personen sehr flach, was kein Fehler der Schauspielerinnen ist. Das Drehbuch scheint wenig Ecken und Kanten zu haben und die Macher vertrauen darauf, dass der Zuschauer mit Andeutungen von Klischees und kleinen Dosen des Grauens zufrieden ist. Die tatsächlich interessante Geschichte wird beiläufig und lieblos zu ende gesponnen, wirklich befriedigend ist das nicht, da tiefere Motive schlichtweg fehlen.

Ein durchschnittlicher Film aus dem nichts nachklingt.

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