Ins neue Jahr mit Molly’s Game

Dieser Text erschien zuerst auf mammon.blog, ein Sideprojekt, welches ich aufgegeben habe und in diesen Blog eingepflegte.

Irgendwann vor Weihnachten war mir langweilig, hatte nichts zu lesen und gefühlt jeden guten Film dutzendmal gesehen. Ich durchstöberte den online Videodienst und entdeckte einen Film, den ich eigentlich schon bei erscheinen im März 18 sehen wollte. Molly’s Game ist die Verfilmung von Molly Blooms Geschichte.

Der Name ist vielleicht nicht jeden geläufig. Molly Bloom war im US-Ski-Team und dort 4. der Auswahl für Olympia oder so. Ski ist nicht mein Ding. Ich wollte den Film auch aus einen anderen Grund sehen.
Als sie durch einen Unfall auf der Piste keinen Leistungssport mehr betreiben konnte, nahm sie sich eine Auszeit. Sie verließ das verschneite Colorado und machte sich auf nach LA. Dort jobbte sie als Kellnerin, mehr schlecht als recht. Bis ihr Chef sie als Assistentin für eine andere seiner Firmen engagierte. Ihr Chef war ‘nen Arsch, sie sein Mädchen für alles und so sollte sie seine Pokerrunden organisieren.

Es war keine dieser kleinen privaten Runden mit Freunden. Die Spieler waren Hollywoodgrößen, Manager, Produzenten etc. Mit der Zeit entschied sie sich, die Runden selbst zu veranstalten. Sie spielte selbst nie. Sie organisierte Hotelsuiten, ließ Essen und feine Getränke kommen, alles damit sich die Spieler wohlfühlten. Sie verdiente nur durch die Trinkgelder, die sie am Ende jedes Abends erhielt. Rechtlich war es ein Graubereich.

Alles änderte sich, als einer der Spieler, im Film Spieler X genannt (Tobey Maguire im richtigen Leben), die Runde sprengte, weil er sich von Molly nicht genug wertgeschätzt fühlte. Bloom kehrte LA den Rücken und baute sich eine neue Runde in New York auf. Dort nahm sie neben den Trinkgeldern auch Rake, also einen Anteil aus den Einsätzen, und verließ damit die Grauzone.

Ich bin leidenschaftlicher Pokerspieler und kann mich für vieles begeistern, was damit zusammenhängt. Der Film ist jedoch kein Sportfilm. Es geht um eine junge Frau, die zum Ehrgeiz und zur Perfektion erzogen wurde. Es werden keine Hände analysiert oder ein spannender Showdown inszeniert. Dabei ist die Geschichte nicht nur schillernd. Wenn man mit Mitte 30 eine Biografie veröffentlicht, ist diese bei vielen Menschen sehr schmal. Molly war in dem Alter bereits Spitzensportlerin, kannte einiger der Berühmtheiten Hollywoods, sah an einen Abend mehr Geld als einige Bankdirektoren in einem Jahr als Kredite vergeben, wurde von Gangstern zusammengeschlagen und nahm einiges an Drogen. Der Film überzeugt. Von der Geschichte aber auch von den Schauspielern. Jessica Chastain in der Hauptrolle, Kevin Costner als Mollys Vater und Idris Elba als ihr Anwalt, der allerdings fiktional angelegt ist.

Bei alldem fehlte mir aber etwas. Vielleicht weil ich mich so begeistern lasse für das Spiel. Nach dem Film habe ich mir gleich das Buch bestellt und heute angefangen zu lesen. Ich bin gespannt auf die Unterschiede zum Film.

Ein paar Fakten und Hintergründe liefert die Seite History vs. Hollywood. Die dort vorhandenen Infos machten mich sogar noch etwas neugieriger auf das Buch.

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