Medium der Wahl

Dieser Beitrag bedeutet nicht, dass ich wieder regelmäßig blogge. Bis Ende diesen Jahres werde ich wohl kaum Zeit finden, hier wieder regelmäßig zu posten. Allerdings juckt es mir schon wieder in den Fingern 😉 Es ist eben nicht tot, was ewig liegt.

In letzer Zeit bin ich müde. Zumindest wenn es um Netzwerke geht. Ich war nur anfänglich begeistert von Facebook und G+. Beides nutze ich schon länger nicht mehr. Bei Twitter war es umgekehrt. Mein erster Account dümpelte monatelang ohne Tweet vor sich hin. @gelbezeichen ist, glaube ich, der dritte Twitteraccount und der einzig aktive. Twitter fing dann irgendwann an mir Spaß zu machen. Ein soziales Medium mit portionierten Meinungen und Geschichten aus dem Paulanergarten, die einem zum Schmunzeln brachten. Diskussionen waren und sind sehr oberflächlich. Rein vom Austausch der Argumente her. In 140, 160 oder 280 Zeichen kann man seinen Standpunkt nicht wirklich ausführen. Politische Diskussion im Netz zu führen ist eh schon schwierig, mit einer Zeichenbegrenzung wird es dann zusätzlich bizarr. Ohnehin ist mir Twitter zu politisch geworden. Nicht, dass ich kein politischer Mensch wäre, aber ich lass mich viel zu leicht triggern und schwarz/weiß ist mir zu einfach. Auf Dauer ist das sehr ermüdend. Aber bevor dies zu einem Mimimi Beitrag wird, zurück zum eigentlichen Thema.

Durch einen Post auf Twitter bin ich auf Mastodon aufmerksam geworden (wie ironisch eigentlich). Julia berichtet in ihrem Blog Grüne Würfel über dieses dezentrale Netzwerk. Der Artikel fasst eigentlich alles wichtige bzw. wissenswerte zusammen. Vor kurzem habe ich mich da auch angemeldet und will meine Erfahrungen ergänzen.

Bei Julia, und auch anderswo, habe ich die Erklärung für ein dezentrales Netzwerk wie folgt gelesen:

 Anna ist bei GMX und Paul ist bei Web.de, ihre Daten liegen auf den Servern der entsprechenden Anbietern, aber sie können sich trotzdem gegenseitig E-Mails schicken.

Das bildet die technische Seite sehr gut ab. Allerdings ist jeder Server bzw. Instanz auch ein eigener Mikrokosmos. So gibt es switter.at, ein Netzwerk für Sexarbeiter, witchcraft.cafe bietet Hexen einen Save Space oder breite Instanzen die keinen speziellen Bezug haben. Ich würde es eher mit Newsgroups vergleichen. Jede Community (Instanz) gibt sich eigene Regeln, wozu auch ein Thema gehören kann. Mastodon ist dann der Newsreader. Dabei gibt es noch andere Netzwerke die mit GNU Social laufen und kompatibel mit Mastodon sind.

Es ist auch wesentlich bedeutsamer auf welcher Instanz man sich anmeldet als z.B. bei Twitter. Es gibt nur ein Twitter. Es gibt aber kein originäres Mastodon. Zum einen sollte man sich überlegen welches Thema einem anspricht oder ob man lieber eine allgemeine Instanz für die Anmeldung auswählt. Einmal angemeldet kann man die Instanz nicht mehr wechseln. Prinzipiell nicht schlimm, da man trotzdem allen folgen kann, aber am Anfang erleichtert es einem vielleicht Kontakte zu knüpfen. Zum anderen kann die Größe einer Instanz helfen, wenn man z.B. nach Hashtags sucht. Hashtags funktionieren nämlich eher lokal. Was mir geholfen hat, war Followerlisten von Admins durchzuforsten. War auch ein Tipp auf mastodonten.de

Allerdings sind Follower bzw. Leute denen man folgen kann so eine Sache. Es gibt nämlich keine Vorschlagslisten von Accounts. Alles hier ist Handarbeit. Und viele bekannte Gesichter gibt es auch nicht. Noch nicht.

Wobei es utopisch ist, zu erwarten, dass sich viele deutsche Rollenspieler einen Mastodon Account erstellen. Von den bei rsp-blogs.de vertretenen Bloggern haben eher die meisten nicht einmal einen Twitteraccount. Es mag am Algorithmus liegen, aber meine TL ist zudem rollenspieltechnisch eher unterversorgt. Wenn ich ehrlich bin, sind Twitter und G+ intuitiver und sehen besser aus. Mastodon hat den Charme eines eMailpostfaches. Von daher wird der Wechsel oder ein Start zu bzw. auf Mastodon eher unwahrscheinlich.

Trotzdem, ich bin begeistert. Im Moment ist Microblogging die Alternative zum Bloggen und meine Seite von Mastodon (Edit: Bin umgezogen, Link wurde aktualisiert) kann jeder sehen. Also ein kleiner Blog. Zusätzlich dazu bietet es für mich die Möglichkeit zu Interaktion mit anderen Nutzern.

Wird das Urzeit-Rüsseltier irgendwann aussterben? Sicher, aber es wird nicht so enden wie StudiVZ oder MySpace. Einzelne Server können mal abgeschaltet werden, wie bei einem Fischernetz, können Knotenpunkte reißen, das Netz bleibt aber bestehen und Lücken können wieder gefüllt werden. Es ist also keine Eintagsfliege.

Um den Einstieg für den einen oder der anderen zu erleichtern, sammel ich hier mal Rollenspiel- und cthulhoide Server sowie welche die interessant sein könnten:

InstanzThemaAnmerkung
mastodon.socialAllgemeinInstanz des Entwicklers mit ca 170k Nutzern
octodon.socialAllgemein10k Nutzer
mastodonten.deAllgemein
tabletop.socialRollenspiel aller Art
elekk.xyzGamer aller Art
dice.campTabletop
wandering.shopSciFi und Fantasy

Tipps für weitere Instanzen die offen für eine Anmeldung sind, nehme ich gerne entgegen. Bin da ja auch noch neu ;). Auf instances.social kann man zusätzlich nach Instanzen suchen. Man sollte sich bei den einzelnen Instanzen auf jeden Fall die Regeln durchlesen. Nicht immer sind alle Posts erlaubt. Was zum Beispiel Werbung oder andere Inhalte angeht.

Wenn jemand möchte, trage ich hier für eine bessere Vernetzung auch seine Mastodon ID ein. Allerdings nur wenn man mir die Erlaubnis per Kommentar oder DM erteilt. Will ja keinen Ärger bekommen 🙂

Name
/Pseudonym
Mastodon IDTwitterBlog
Sorben@sorben@mastodonten.degelbe-zeichen.eu
Thorsten@thorstenpanknin@octodon.social @thorstenpankninerzaehlspiel-zine.de
Julia@gruenewuerfel@mastodonten.de@gruenewuerfelgruenewuerfel.de

Edit 12.7.18:
Ich habe jetzt erst gesehen, dass einige Rollenspielblogger schon darüber geschrieben haben. Hier die Links zu den Artikeln:
kensanata – How to Mastodon
Belchions Sammelsurium – dice.camp – Twitter für Rollenspieler

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5 Kommentare

  1. Huhu,

    danke fürs Verlinken, ich freue mich ja, dass ich dich auch begeistern konnte 😀
    Du darfst mich auch gern in die Liste eintragen mit:
    Julia | @gruenewuerfel@mastodonten.de | @gruenewuerfel | gruenewuerfel.de

    Die Liste mit den Instanzen finde ich auch sehr gut. Viele mit einem Rollenspiel-Focus scheinen allerdings eher Englisch zu sein, habe ich den Eindruck. Ich bin gespannt wie sich Mastodon noch so entwickelt.

    Viele Grüße,
    Julia

    1. Hiho, ja eine deutschsprachige Rollenspiel Instanz wäre nice, oder zumindest mehr deutschsprachige Rollenspieler oder allgemein mehr aktive Rollenspieler 🙂 Allerdings wird Twitter immer unattraktiver finde ich, jetzt sollen die APIs zu Drittanbietern gekappt werden, wie ich gelesen habe.

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