No-Gos im Rollenspiel

Im Oktober hat Michael von jaegers.net die Blog-O-Quest übernommen. Thema sind No-Gos. Das ist, glaube ich, meine zweite Blog-O-Quest an der ich teilnehme.

  1. Gibt es Menschen, mit denen Du nicht gemeinsam an einem Spieltisch (egal ob physisch oder virtuell) sitzen möchtest? Welche sind das und wie gehst Du damit um? (Keine Namensnennung …)

    Eigentlich nicht. Ich habe Probleme mit Leuten, die der Meinung sind, sie müssten einen von einer bestimmten Weltanschauung überzeugen. Ist mir am Spieltisch allerdings noch nicht passiert. Spieltechnisch arrangiere ich mich mit vielen. Leben und leben lassen.

  2. Was geht für Dich am Spieltisch (out-game) nicht? Alkohol, fettige Pommes, lautstarkes Rülpsen oder Körperkontakt? Wie ist das vereinbart?

    Rülpsen ist ein guter Punkt. Ist aber auch kein Thema mehr, aus dem Alter sind wir raus. Körperkontakt wäre kein No-Go aber spontanes angrapschen fände ich sehr, sehr strange. Vereinbart ist das nirgends. Ich glaube, es sind die ganz normalen Umgangsformen, die jeder von uns lebt.

  3. Was geht für Dich in-game nicht? Gibt es Tabus zu Themen oder Handlungen? Und wie kommunizierst Du das?

    Nur zwei Sachen: Gewalt und Sex. Ich bin weder Pazifist noch Prüde, aber beide Themen werden zu 90% entweder zu explizit ausgespielt oder es endet in einer Slapstick Nummer. Es geht nicht darum, ob die Gruppe meint, sie müsse jemanden foltern um an eine Antwort zu kommen oder ob man das Bordell besucht solange dies keinen zu großen Raum einnimmt. Aber wie man jemanden foltert oder welche Fantasien man auslebt, ist genauso relevant wie ein Besuch beim Waffenschmied, der ausgespielt wird. Dazu kommt, dass ich persönlich kein Interesse an Fifty Shades of Greyhawk oder Saw an der Schwertküste habe.Wie man das in der Gruppe kommuniziert passt zur nächsten Frage.

  4. Wie reagierst Du, wenn ein Spieler sich in- oder out-game in deine persönliche No-Go-Area begibt, vielleicht sogar nachhaltig oder gezielt?

    In der Form noch nicht oft passiert. Würde dann aber klar sagen, bis hierhin und nicht weiter. Dabei darf man nicht vergessen, ich kenne meine Mitspieler an die 20 Jahre oder länger, da redet man Tacheles. Einmal hatten wir eine Gruppe mit böser Gesinnung. Als wir nach ein paar Runden nur noch brandschatzend durch die Gegend liefen, merkte jemand an, dass es so keinen Spaß mehr macht, wir stimmten alle zu. Mitunter verrent sich die ganze Runde in etwas, daher finde ich, offene Worte müssen zur Runde gehören und sind die beste Lösung. Sollte ein neuer Spieler die Runde trollen, wird in der Gruppe ein Gespräch darüber geführt. Manchmal ist einem neuen Mitspieler gar nicht bewusst, dass sein Verhalten andere stört. Klappt es nach dem Gespräch immer noch nicht, muss man entscheiden, ob man nochmals ein Gespräch führt oder sich trennt.

  5. Als dezenter, die Immersion nicht störenden Hinweis auf das Überschreiten einer roten Linie wird gerne auf das Konzept der X-Card verwiesen. Nutzt Du dies? Wie sind Deine Erfahrungen damit, oder warum verwendest Du sie nicht?

    Ich habe davon gehört und vielleicht ist es auf Cons auch sinnvoll. Da ich aber  in festen Gruppen gespielt habe und spiele und ich die Mitspieler schon ewig kenne, würde ich es eher befremdlich finden, wenn mir jemand eine Karte zeigt anstatt klar zu sagen, dass er ein Problem mit etwas hat.

Bonusfrage: Auf einer zunehmenden Zahl an Veranstaltungen werden klare Regeln hinsichtlich des No-Gos von sexueller Belästigung und dem Umgang damit aufgestellt und propagiert. Wie ist Deine Meinung dazu, brauchen wir das explizit oder sollte das nicht in der Gesellschaft verankert sein? Ist das nur eine “modische” Folge des #meetoo-Hypes? Ist das im Rollenspielumfeld 2018 wirklich nötig? Fühlt ihr euch damit wirklich besser oder verkrampft das die Situation nur?

Die Ächtung von sexueller Belästigung ist meiner Meinung nach bereits gesellschaftlich verankert. Sie existiert trotzdem.
Ich gehe eigentlich nie auf Rollenspiel Veranstaltungen, finde es aber schade, wenn man extra nochmal explizit auf gesellschaftliche Normen hinweisen muss. Schade fände ich es auch, wenn man ohne tatsächliche Vorfälle und Bezüge auf solche Normen hinweisen würde, nur um eine politische Agenda abzuarbeiten.
Da es mir aber nur um das Spiel geht, bin ich sehr entspannt.

Wie der RPG-Blog-O-Quest funktioniert?

  1. An jedem Monatsersten stellen unterschiedliche Blogs, organisiert über das Forum auf RSP-Blogs, dem Rollenspielvolk fünf +1B Fragen (in der Regel in Form von Lückentexten), um deren Beantwortung auf Blogs, in Podcasts, in Vlogs oder in Foren gebeten wird.
  2. Jeder Monat erhält ein Hauptthema um den sich die Fragen drehen.
  3. Über die Zusendung der Links freuen sich die Ausrichter.
  4. Jeder, der sich die Zeit nimmt, die Fragen zu beantworten ist herzlich Willkommen.
  5. Die “RPG-Blog-O–Quest” Logos dürfen selbstverständlich in den Beiträgen benutzt werden.
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