Pathfinder Deluxe Charakterbogen

Deluxe Charakterbogen
Pathfinde Deluxe Charakterbogen von Ulisses

 

Charakterbögen gehören zum Pen&Paper wie der Bleistift oder die Würfel.  Und wie bei allen Utensilien hat jeder Rollenspieler eine persönliche Vorliebe. Ich mag übersichtliche und ausführliche Bögen, so spare ich mir Notizen auf auf extra Zettel und habe alle wichtigen Stats beieinander. Ich habe ich mir die PDF Version des Deluxe Bogens geholt und ihn jetzt bereits für zwei Charaktere in der Praxis testen können. Meine Charaktere (Krieger und Ritter) benötigen zwar nicht alles was enthalten ist, aber es sollte dennoch reichen, einen Eindruck von dem Produkt zu gewinnen.

Vorweg ich habe mir die PDF Version gekauft, diese kostete mich 4,99 €, die gedruckte Ausgabe schlägt mit 9,95 € zu Buche.

Der Bogen

Der Umfang wird im Reader mit 24 Seiten angezeigt, zwei Cover Bilder, einem Inhaltsverzeichnis (!) und sechs Blätter mit Tabellen lasen für den eigentlichen Bogen stolze 15 Seiten übrig. Die erste Seite des Bogens ist dann eine Zusammenfassung der Werte. Initiative, Rettungswürfe und Trefferpunkte etc. natürlich auch Name und und Aussehen des Charakters. Das Inhaltsverzeichnis unterteilt den Bogen dann wie folgt:

Verteidigung
Hier beginnt der Bogen mit einer Tabelle der Verteidigungsgegenstände, also Rüstung oder Amulette etc. Die Werte werden schön untereinander aufgeschrieben und zum Schluss addiert. Das Ergebnis wird dann in die nächste Tabelle Rüstungsklasse übertragen. In dieser Tabelle sind dann Rüstungsklasse, Berührung, Auf dem falschen Fuß und die KMV (Kampfmannöververteidigung) enthalten. Es folgen die Rettungswürfe und ein Kasten mit Verteidigungsfähigkeiten und Klassenmerkmalen in dem man frei seine Werte für Talente oder Fähigkeiten mit Namen und der Beschreibung sowie der Quelle der Fähigkeit eintragen kann. Ich ziehe diese Seite des Bogens mal exemplarisch heran: Was auffällt, ist die kleinteilige Systematik. Es ist fast unmöglich ein Wert zu vergessen, weil die Entwickler an alles gedacht haben, so scheint es zumindest. Die Seiten bauen sich auch immer von oben nach unten auf. Die Werte von Gegenständen stehen oben und werden weiter unten in die variablen Stats eingetragen.

Angriff
Die zweite Seite ist dann ähnlich aufgebaut, nur geht es nicht mit den Waffen los, sondern mit dem Angriffsboni für Nahkampf, Fernkampf und den KMB (Kampfmannöverbonus). Die Waffen folgen dann in der Übersicht Angriffe. Schmankerl ist hier dass es sechs Reihen zum eintragen gibt, für einen Kämpfer kann das zwar wenig sein, für weniger waffenaffine Klassen bietet sich hier aber die Möglichkeit, verschiedene Angriffe mit einer Waffe einzutragen (Bogen innerhalb 9m und außerhalb von 9m z.B.).

Fertigkeiten
Der Fertigkeitsbogen ist wie folgt aufgebaut:
Fertigkeit / Ränge / Attribut Mod. / Talent Mod. / … / Ergebnis
Was mir auffällt, ist, dass es zwischen dem Fertigkeitsnamen und dem Ergebnis insgesamt 8 Felder gibt, das Verrutschen in der Zeile ist dadurch durchaus vorprogrammiert. Hier hätte man lieber erst das Ergebnis und dann die Ränge und Modifikatoren dahinter setzen sollen, alternativ wäre eine unterschiedliche Schattierung der Zeilen gut, wenn auch die schlechtere Lösung. Auch sind die Fertigkeiten, die Nur geübt Proben erlauben, nicht mit dem obligatorischen Sternchen gekennzeichnet. Positiv ist dann vielleicht nur, dass bei den Feldern für die Attributsmodifikatoren das zugehörige Attribut schwach in grau eingedruckt ist, das spart Platz.
Ansonsten enthält die Seite noch eine Berechnung der Gesamtränge und wieder einen Kasten in dem man Besonderheiten reinschreiben kann.

Talente
Auf dieser Seite gibt es keine weiteren Besonderheiten, auch hier gibt es eine Formel, mit der man die Anzahl der Talente ausrechnen kann.

Zauber und Zauberbuch
Diese Seiten habe ich nicht in der Praxis getestet, ich spiele eigentlich auch wenig Spruchwirker daher will ich mir kein Urteil ob der Brauchbarkeit erlauben.

Ausrüstung
In der Mitte des Blattes ist der geschwärzter Pathfinder Krieger zusehen und rundherum diverse Kästchen, die auf die einzelnen Körperregionen weisen. Man kann hier also nicht nur Gegenstände mit Werten, sondern auch normale Kleidung eintragen. Für Waffen, Rüstungen, Tränke und andere Gegenstände sind extra Kästen vorhanden. Auf der zweiten Seite der Ausrüstung findet sich Platz für weitere Dinge: Geld, andere Wertsachen und natürlich die Belastungstabelle.

Gefährten
Die Gefährten haben zwei Seiten bekommen: Einmal eine für Tiergefährte, Gefolgsmann und Eidolon sowie Vertrauter, Anhänger und Reittier. Warum man das auf zwei Gruppen von Gefährten aufgeteilt hat, weiß ich nicht. Zwar ist jede Seite kompakt und enthält alles was man braucht, aber man hätte auch ein Bogen auf zwei Seiten strecken können, damit wäre es entzerrt worden. Das man vielleicht mehrere Gefährten hat, kann man zumindest in der PDF Version damit lösen, dass man sich die betreffenden Seiten mehrmals ausdruckt.

Hintergrund
Die zwei Seiten des Hintergrundes sind auf der ersten nach Erscheinungsbild, Persönlichkeit und Familie unterteilt, mit jeweils vielen Unterteilungen die Platz für alles mögliche bieten. Die zweite Seite ist dann dem Lebenslauf, dem persönlichen Bild und einem Kasten vorbehalten, in dem man sein Heim oder Unterschlupf einzeichnen kann, praktischerweise im Gittermuster. Diese Seiten gefallen mir gut. Ich persönlich arbeite gerne Charakterhintergründe aus und dank der vielen Kästen kann man alles irgendwo eintragen. Allerdings habe ich eine mittelgroße Schrift, weswegen es sich empfiehlt nur Stichpunkte zu schreiben, da ansonsten der Platz mitunter nicht ausreicht; oder aber man benutzt ein Feld, welches man nicht braucht.

Abenteuer
Die letzten beiden Seiten befassen sich mit dem Abenteuer. Die erste Seite enthält Felder für den Aufstieg, Erfolge, Volksmerkmale und Permanente Boni und Zustände. Die Tabelle für den Aufstieg ist dafür gedacht die Talente der jeweiligen Stufe einzutragen. Da Mensch/Kämpfer drei Talente auf der ersten Stufe hat, wirds eng.
Warum an dieser Stelle Volksmerkmale und Permanente Boni und Zustände aufgeführt sind, weiß ich nicht, sinnvoller wäre hier eine frühere Erwähnung. Letztlich werden aber die Werte eh in die wichtigen Stats eingerechnet, also ist es zwar unschön aber hat keine negativen Auswirkungen wie ständiges Blättern und Suchen.
Highlight sind dann die Erfolge. Hier werden Statistiken wie Höchster Waffenschaden, Anzahl der Tode oder Tiefste erreiche Gewölbeetage vermerkt darunter ist ein Kasten mit Erschlagene Kreaturen von Aberrationen bis Untote. Pathfinder goes WoW mit den Achievments und ich finds lustig. Daraus können Spitznamen oder Titel entstehen und fördern so den Spielspaß, dass dies auf dem offiziellen Bogen eingetragen werden kann, ist gut mitgedacht.
Die zweite Seite ist dann hauptsächlich ein liniertes Blatt für Aufzeichnungen.

Tabellen

Insgesamt sechs Seiten sind voll mit Tabellen, auf die man während des Spiels immer wieder zugreifen kann. Das geht von den Beschreibungen von Zustanden, über Schwierigkeits- und Widerstandstabellen bis zu Aktionen im Kampf und Boni & Mali auf Rüstungen und während des Kampfes. Die Schwierigkeitstabellen nehmen hier den meisten Platz ein, was fraglich ist, denn dies sollte eigentlich der Spielleiter und nicht der Spieler wissen müssen. Situationen wo ich als Spieler den SG (Schwierigkeitsgrad; DC) entscheide, sind noch nie vorgekommen, dass dies vielleicht in einigen Runden üblich ist, will ich aber nicht ausschließen.
Aktionen im Kampf ist dann durchaus nützlich: Was provoziert einen Gelegenheitsangriff, was ist eine Volle– und was eine Freie Aktion. Sehr nützlich für Neueinsteiger oder falls man nach langer Zeit wieder einsteigt. Was dann allerdings noch erwähnt werden könnte, wäre, welche Aktionen in einer Runde überhaupt möglich sind:

In einer normalen Runde kannst du entweder eine Standard-Aktion und eine Bewegungsaktion oder eine Volle Aktion ausführen. Außerdem kannst du noch eine Schnelle und eine oder mehrere Freie Aktionen ausführen. Du darfst jederzeit anstelle deiner Standard-Aktion eine weitere Bewegungsaktion ausführen.

Dieser Satz ist Grundwissen, aber hilfreich.
Andere nützliche Tabellen wären: Zeit zum An- und Ablegen von Plattenrüstung oder Kosten für Handelsgüter und Standardwaffen etc.

Fazit

An sich ist der Bogen gut, er ist sehr ausführlich und wer solche Bögen mag, kommt auf seine Kosten. Allerdings gibt es einiges zu verbessern. So werden bei den Fertigkeiten zwar die dazugehörigen Attribute in grau eingedruckt, bei den Rettungswürfen findet man aber keinen Hinweis welches Bezugsattribut zu nehmen ist. Auch fehlen die Hinweise bei den Fertigkeiten welche Nur geübt gewürfelt werden können. Schade finde ich auch, dass es keine Blätter für den Legendenpfad gibt. Inwieweit das mit dem jeweiligen Veröffentlichungsdatum zu tun hat, kann ich nicht einschätzen. Die Kampagne Zorn der Gerechten die den Legendenpfad einführt, ist auf deutsch zumindest vor dem Bogen erschienen. Zwar ist es kein Beinbruch, da man dies auch im vorhanden Kästen eintragen kann, aber es hätte eingefügt werden können. Allerdings gibt es auf der Seite von Ulisses die Bögen zum download, gratis versteht sich.
Als PDF, und nur das liegt mir vor, kann ich den Bogen aber empfehlen. Er ist gut für Neueinsteiger geeignet, die sich allerdings von der schieren Anzahl der Blätter nicht einschüchtern lassen sollten. Er ist logisch aufgebaut und geht von vorne nach hinten strukturiert vor. Beim erstmaligen Erstellen eines Pathfindercharakters sollte aber ein erfahrener Spieler helfen, wie eigentlich immer.

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