Seelische Erkrankungen im Rollenspiel

derschrei

Sebastian Schroer hat auf den Teilzeithelden eine Artikelreihe veröffentlicht, die sich mit seelischen Erkrankungen in der Rollenspielwelt beschäftigt. Das Thema finde ich spannend, vor allem weil die Beiträge nicht nur einen In-Game Blick gewähren, sondern auch psychische Erkrankungen von Spielern thematisiert werden.

Gerade der zweite und dritte Artikel geben einen Eindruck über das Erleben der Gruppe und als Spieler selbst. Dabei wird auf laienpschyologische Küchenweisheiten verzichtet.

Das Thema ist ein heikles. Es birgt die Gefahr, eine generalisierte Laienanalyse aufzubauen, die am Ende Tipps zum Umgang mit psychisch erkrankten Mitspielern zu bieten scheint, die aber mehr schaden als helfen.

Ehrlich gesagt ich habe mir darüber nie wirklich Gedanken gemacht. Ich spiele in meiner Gruppe seit 15 Jahren, mit ein paar kleinen Änderungen von Zeit zu Zeit, die Mitglieder anderer Runden kenne ich noch länger und es sind keine Erkrankten dabei. Andererseits dürften einige vielleicht jemanden kennen, der betroffen ist oder selbst an einer seelischen Störung leidet. Im Rollenspiel? Da kommt so etwas doch nicht vor!  Die Wahrscheinlichkeit ist groß. Denn in den letzten Jahren wurde der schmerzende Rücken von psychisch bedingten Leiden bei den Krankschreibungen abgelöst. Mit nichten weil die Zahl der Erkrankten seit 15 Jahren kontinuierlich gestiegen ist, sondern weil Ärzte besser diagnostizieren und auch Hausärzte sensibler auf Anzeichen von Burn out und Depression reagieren.

Doch zurück zum Rollenspiel. Wie soll ich also reagieren, wenn ich jemanden mit einer Angststörung oder Depression neben mir habe? Ich will ja nicht, dass er austickt! Genau diese Reaktion ist falsch, wenn gleichwohl noch verbreitet. Was man genau machen soll, kann und wird in den Artikeln nicht beantwortet. Wäre auch nicht möglich ohne fachkundiges Wissen der Materie, was man aber vielleicht lassen sollte, dass wird beschrieben: Die Krankheit hinter dem Menschen als alleiniges Merkmal der Person anzusehen.

Selten so gute Beiträge gelesen!

7 Kommentare

  1. Selten so gute Artikel, wie wahr! Ich war bei der Solmukohta Konferenz auf einer Panel Discussion zu Mental Illness in Larp. Da ging es auch um die Bereiche Representation und Inklusion.

    1. Finde es grade interessant, weil es wenig dazu zu lesen gibt also in Verbindung mit Rollenspiel. Ist zumindest mein Eindruck.

      Es wundert mich eigentlich gar nicht, das grade die LARPer in Skandinavien auch solche Themen anschneiden, LARP ist da ziemlich verbreitet, wie man so mitbekommt. Spannend! Füge mal den Link zur Konferenz ein: http://www.solmukohta.org/

      1. Vielen dank für Link zufügen. Ich war und bin unterwegs und tippe doch eher behäbig am Handy. Shoshana Kessock und die anderen am Panel hatten sehr interessante Einsichten. In den downloadbaren Conference Proceedings müsste auch ein Artikel dazu sein.

          1. Ich leider auch nicht. Your body is political von Shoshana Kessock geht indirekt darauf ein, spricht aber eher über körperliche Herausforderungen.

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